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Pu Erh Tee

Der Pu-Erh Tee zählt zu einer der ältesten Tee-Sorten Chinas und gehört zu den 10 bekanntesten Tees in China. Die Bezeichnung Pu-Erh Tee ist geografisch geschützt. Nur wenn die Teepflanze aus Yunnan stammt und auch dort verarbeitet wurde, darf die Ware diesen Namen tragen.

Hergestellt wird der Pu Erh Tee aus einer besonders großblättrigen Unterart der Teepflanze, der Quingmao (oder Qiaomu) Teepflanze. 800 Jahre alte Teebäume liefern noch heute hervorragendes Blattgut für den bekannten Pu-Erh Tee. Der älteste dieser "King of tea tree" ist 1700 Jahre alt und 32m hoch. Diese Bäume gelten als die Urform der Teepflanze. Im Unterschied zu den Ernten anderer Tees werden bei Pu Erh nicht die Blattknospe und die jüngsten Blätter gepflückt, sondern das dritte und vierte Blatt. Diese älteren Blätter sind größer als die jungen und enthalten andere Mineralien, was sich auf den Geschmack des Tees auswirkt.

Ein Blick in die Geschichte

Wirkung

Pu-Erh-Tee enthält wie andere Teesorten sekundäre Pflanzenstoffe, die Konzentration der Inhaltsstoffe ist teilweise höher als in anderen Grüntees. Zahlreiche Indizien legen nahe, dass er Triglyceride abbauen kann und so gegen Herz und Lebererkrankungen wirkt, die in Zusammenhang mit zu hohen Fettwerten stehen. Er soll bei Magenverstimmungen und Infektionen des Verdauungstrakts helfen und wegen seines hohen Gehalts an Antioxidativen Krebserkrankungen vorbeugen. Die einheimische Bevölkerung ist überzeugt, dass er seelisch energetisierend und stärkend wirkt und trinkt ihn deswegen gern häufiger im Herbst und Winter. Ein wissenschaftlicher Nachweis dieser Wirkungen wurde (noch) nicht erbracht.

Geschmack


Der Aufguss ergibt einen dunklen rotbraunen Tee mit erdigem, würzigem Geschmack. Weil die Farbe des reifen Pu Erhs in der Tasse dunkler ist als fermentierter Tee, wird in Asien Pu Erh als Schwarzer Tee benannt.

Zubereitung

Vor dem Aufguss sollte der Pu Erh Schicht für Schicht gelöst werden: Halten Sie dazu die Teescheibe einen kurzen Moment über kochendes Wasser.

Anschließend streifen Sie diese Schicht sorgfältig mit den Fingern ab. Alternativ gibt es spezielle Pu Erh Messer für das Ablösen von Tee. Die gelösten Teeblätter sollten vor der Zubereitung noch für einige Zeit an der Luft liegen bleiben, um „aufzuwachen“ und aktiviert zu werden.

Die Zubereitung von Pu-Erh Tee nach der chinesischen Gong-Fu-Methode erfolgt entweder im Gaiwan (der Schale mit Deckel) oder in einer Porzellan-Teekanne. Das Gefäß wird zunächst heiß ausgespült. Nun gibt man 4–8 Gramm Teeblätter für 100–200 ml Wasser hinein, schließt den Deckel und schüttelt das Gefäß.

In der Wärme fangen die Teeblätter an, ihren Duft auszubreiten. Danach wird der Tee zum „Waschen“ mit kochend heißem Wasser überbrüht, was man sofort wieder abgießt. Durch die Prozedur öffnet sich das Blatt und der Geschmack wird weicher. Nun kann der eigentliche Aufguss erfolgen.

Bereits nach 10–15 Sekunden Ziehzeit wird der Tee entweder in ein Dekantiergefäß oder direkt zum Servieren in die Teeschalen gegeben. Der Brühvorgang wird mit etwas kürzerer Ziehzeit wiederholt: 10 Sekunden für den zweiten und dritten Aufguss, um danach bei jedem weiteren Aufguss die Ziehzeit um 5 Sekunden zu verlängern.

Herstellung

Der Pu Erh wurde seit der Tang Dynastie vor fast 1500 Jahren aus den wilden Teepflanzen hergestellt. Hierzu werden die Teeblätter an der Sonne gewelkt, gedämpft und unter kontrollierter Hitze (Wasserdampf) in bestimmte Formen gepresst.

Anschließend reift der Tee über mehrere Jahre ganz natürlich nach und soll dadurch einen intensiveren Geschmack und eine höhere Konzentration an Wirkstoffen bekommen. Dieser Prozess zieht sich über acht bis zehn Jahre hin. Eine sachgemäße Lagerung und ständige Kontrolle sind hierfür unabdingbar.

Die am weitesten verbreitete Form wird als Bing bezeichnet. Auch findet man Pu Erh heute durchaus in loser Form. Nach und nach reift der Pu Erh in dieser Form durch die natürliche Bakterienflora des Mao Cha („grüner Rohtee“) von einem anfangs unfermentierten grünen zu einem vollständig fermentierten dunklen Tee.

Bis ein Sheng Pu Erh seine volle Reife erlangt, können sogar bis zu 30 Jahre vergehen. Ist der Sheng Pu Erh noch frisch und jung, schmeckt er erdig, neigt aber dazu, adstringierend und bitter zu werden. Je älter er wird, desto milder und ausgewogener entwickelt sich sein Bouquet. Ein optimal gereifter Sheng Pu-Erh schmeckt mild, vollmundig und erdig. Er erinnert im Duft ein wenig an Herbstlaub und hat manchmal einen süßlichen Unterton. Der Reifeprozess ist nie wirklich abgeschlossen – die teuersten Pu-Erh Tees reifen über mehrere Jahrzehnte.

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