Warum so bitter? Tee süßen ohne Zucker
Der Griff zum Süßstoff ist umstritten: Immer wieder beweisen Untersuchungen (Quelle: www.bmj.com), dass künstliche Süßungsmittel im Tee, Kaffee oder anderen Lebensmitteln Krebs verursachen. Moderne Studien deuten sogar darauf hin, dass diese den Blutzucker anheben, das Diabetesrisiko erhöhen und sogar die Chancen einer Herzerkrankung steigern.
Doch da Zucker nicht wirklich besser und für viele keine Alternative ist, zeigen wir 7 Alternativen für Zucker und Rohrzucker. Darüber hinaus gehen wir der Frage nach, ob das Problem an der Qualität des Tees liegen könnte und welche Tees sich durch eine gewisse Süße auszeichnen.
Viele Gründe gegen Zucker
Zucker macht uns krank. Was dramatisch klingt, beweist sich in gesundheitlichen Auswirkungen von Kopf bis Fuß. Übermäßiger Zuckerkonsum verursacht schlechte Zähne, psychische Erkrankungen, eine übergewichtige Gesellschaft und immer jüngere Menschen mit Typ-2-Diabetes.
Dabei geht es nur in wenigen Fällen um einen absoluten Verzicht. Viele Genießer wählen bewusst Alternativen, wo es möglich ist und verzichten bei der täglichen Tasse Tee gern auf Zucker, aber nicht komplett auf den Genuss eines friesischen Schwarztees mit Kluntje am Wochenende.
Das Problem mit Aspartam als Alternative für Tee
Der Markt bietet viele Alternativen, welche gesunde Süße versprechen. Doch das nährstoffarme Süßungsmittel Aspartam, das sich seit den 80ern auf der ganzen Welt als Süßungsmittel für Kaffee und Tee durchgesetzt hat, scheint laut aktuellen Untersuchungen keine gesunde Süße für Tee und andere zu bedeuten.
Die im September 2022 veröffentlichte Studie mit mehr als 100.000 Teilnehmern fand deutliche Verbindungen von koronaren Herzerkrankungen mit dem Konsum von Aspartam. Auch ältere Studien deuten auf Probleme mit dem Süßstoff hin: Aspartam begünstigt Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und erhöhe das Krebsrisiko - ganz so wie der übermäßige Konsum von Zucker.
Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Aspartam die Fähigkeit des Körpers beeinflusst, Glukose zu verstoffwechseln und dadurch kardiovaskuläre Erkrankungen hervorruft. Künstliche Süßungsmittel seien keine sichere Alternative, wie die Forschungsdirektorin des Institut national de la santé et de la recherche médicale (INSERM) Autorin der Studie Mathilde Touvier gegenüber NBC News betonte.
Tee ohne Zucker: 7 Alternativen
Alternativen zum Zucker und das Süßen von Tee finden sich aus natürlichen Quellen wie Kokos, Birken, Agaven oder Früchten. Für Diabetiker ist dabei zu beachten, dass es sich auch bei Süßungsmitteln aus diesen Alternativen größtenteils um Fructose - also eine Art von Zucker - handelt. Neben Stevia und Zimt finden Tee-Genießer mit Diabetes im Anschluss ein paar Tipps für süßen Teegenuss. Unabhängig davon sollten Diabetiker den regelmäßigen Teegenuss und auch die Verwendung bestimmter Süßungsmittel mit dem Arzt absprechen.
Die Honigsüße eignet sich aufgrund des Geschmacks sehr gut als Süßungsmittel für Tee. Um den Geschmack und die gesunde Wirkung von Honig voll zu entfalten, geben Sie diesen erst dazu, wenn der Tee Trinktemperatur erreicht hat.
Als Alternative zum weißen Zucker (Sacharose) ist der Agavendicksaft beliebt. Er enthält Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Der einzige Nachteil: Es handelt sich nicht um ein regionales Produkt.
Xylitol oder Xylit steigt als Alternative für Zucker in der Beliebtheit. Die finnische Entdeckung ist mehr als nur ein Süßungsmittel. Untersuchungen deuten auf eine kariesreduzierende Wirkung hin.
Bis zu 4 mg Stevia pro Kilo Körpergewicht pro Tag gelten als unbedenklich. Stevia gilt für Menschen mit Diabetes als eine Alternative.
Ebenfalls pflanzlich und für Menschen mit Diabetes geeignet ist Zimt. Dieser eignet sich für einige Tees als Alternative zu anderen Süßungsmitteln. Dafür wird der Zimt mit dem Tee gebrüht. Das passt beispielsweise zu Früchtetees, Kräutertees und anderen. Wählen Sie für das Süßen von Tee Ceylon Zimt. Der Anteil des bedenklichen Stoffes Cumarin ist 250-mal niedriger als in Cassia Zimt.
Kokoszucker oder geriebene Kokosschalen sind ein beliebtes Süßungsmittel. Der Kokosgeschmack aus geriebenen Schalen eignet sich beispielsweise als Süßungsmittel beim Brühen von Früchtetee für Eistee. Auch Kokoszucker enthält Saccharose sowie Fructose und eignet sich nur bedingt für Diabetiker.
Süßungsmittel und Zucker sind in industriell hergestellten Eistees ein riesiger Bestandteil. 19 bis 24 Stück Würfelzucker sind je nach Sorte pro Liter Eistee enthalten. Die Alternative für selbstgemachten Eistee sind Früchte wie Erdbeeren oder Ananas. Vorsicht gilt auch hier: Sorten mit der Bezeichnung “extra sweet” beinhalten hohe Mengen Fructose
Bitterstoffe oft hausgemacht
Echte Tees, also alle Schwarztees, Grüntees und Oolongs - oder kurz: Tees aus der Camelia sinensis - enthalten Bitterstoffe und entfalten diese auch, wenn man sie falsch brüht. Auch Ingwer, Fenchel und Anis gehören dazu. Diese Bitterstoffe sind aufgrund der gesunden Wirkung bei einigen beliebt: So überbrühen manche Teetrinker Grüntee wegen der Wirkung.
Doch bei hochwertigen Sorten und der korrekten Art, diese zu brühen, sind viele Tees bedeutend weniger bitter. Ist ihr Tee bitter, achten Sie darauf, die empfohlene Temperatur und Ziehzeit einzuhalten.
Alternative Tees
Einige Tees zeichnen sich durch eine gewisse fruchtige Süße aus. Das sind besonders hochwertige Tees, also Tees mit ganzen Blättern und jungen Teeblättern. Als eine süße und bekömmliche Sorte gilt Honeybush Tee. Auch hochwertige weiße Tees und gelbe Tees sind - wenn richtig gebrüht - sanft und fruchtig. Bancha, Sencha und Matcha Grüntee aus Japan ist durch das Beschatten vor der Ernte ebenfalls etwas süßer.
Geschmack übt sich
Das Problem bei Zucker und dem Genuss süßer Speisen und Getränke ist, dass man sich daran gewöhnt und immer mehr will. Die Industrie nutzt diesen Effekt sogar und bringt immer süßere Softdrinks auf den Markt - dabei testet man eine Obergrenze des Zuckergehalts aus, der im Hirn übrigens dieselben Regionen anspricht wie harte Drogen und abhängig machen kann.
Um den Geschmack zu trainieren, verzichtet man bewusst über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen auf jede Form von Zucker, also neben Industriezucker auch auf sehr süße Früchte. Nach dieser Zeit stellt sich der Geschmack um und die natürliche Süße wird viel intensiver wahrgenommen. Oft fragt man sich nach so einer Zeit, wie man Teesorten wie Milky Oolong oder den leckeren Früchtetee überhaupt süßen musste.